In der Regel ist es alle zwei Wochen soweit: RTL überträgt die Formel 1 live! Eigentlich keine schlechte Sache, wü
rde man nicht in der Kommentatorenkabine auf einen viel zu pro-deutschen Kommentator namens Heiko Wasser setzen, der jegliche objektiven Journalismustalente vermissen lässt. Dieser lässt keine Gelegenheit aus, dem interessiertem Zuschauer jede Runde die aktuelle Position des best-platziertesten deutschen Fahrers umfangreich zu erläutern. Er hat auch immer Ideen parat, wie dieser noch weiter nach vorne kommen könnte.
Ein Beispiel:
Fahrer A (nicht deutsch) führt das Rennen an, Fahrer B (deutsch) liegt mit 20s Rückstand auf Platz 2. Es sind noch 4 Runden zu fahren. Unter normalen Umständen also keine Siegchance für B. Um den Zuschauer aber zu fesseln, erklärt Wasser regelmäßig dutzende Möglichkeiten, wie Fahrer B doch noch gewinnen kann. „Vielleicht geht ja bei A noch der Motor kaputt, dann gewinnt B und ganz Deutschland freut sich.“ „Wenn A jetzt noch in die Wiese fährt, kann B vorbei. Sehen Sie dann im Anschluss an das Rennen die große Hommage für B, natürlich live auf RTL.“
Was hat das mit Journalismus zu tun? Natürlich sollte ein deutscher Fernsehsender über die deutschen Fahrer in der Formel 1 besonders berichten, aber Wasser übertreibt dermassen, dass man jeglichen Spass an der TV-Übertragung verliert und sich wehmütig an alte Zeiten erinnert, als die Formel 1 noch parallel auf EUROSPORT übertragen wurde und zwei britische Kommentatoren das Rennen sachlich und interessant kommentierten, ohne jede Runde auf die Positionen von Coulthard, Hill und Brundle hinzuweisen.
EUROSPORT ist hier ein gutes Stichwort. Auch dort werden viele Motorsport-Rennen übertragen, dazu gehören WTCC, ChampCar und diverse Formelserien. KEINER der Kommentatoren verhält sich in seiner Berichterstattung dermaßen parteiisch wie Wasser. Stefan Heinrich und Manfred Jantke in den späten 90ern bei der ChampCar-Liveübertragung, hervorragende Leistung.
Zurück zu RTL: Auch Möchtegern-Playboy Kai Ebel glänzt mit Inkompetenz. Bestes Beispiel gestern in der Nachberichterstattung zum Qualifying. RTL-Halbgott Michael Schummelmacher gibt ein Interview live für RAI, Kai Ebel steht daneben. Das Interview dauert ihm aber zu lange, denn schließlich muss Schummelmacher für den deutschen Formel 1 Fan immer direkt parat stehen. Also mogelte sich Ebel wie so oft ins Interview ein, wurde aber darauf hingewiesen, dass er zu warten hat.
Im Gesamtfokus der RTL-Berichterstattung kann man eigentlich nur die sogenannten Experten Danner und Lauda lobend erwähnen, die ihre deutsche Brille regelmäßig für die Sendung absetzen und objektiv analysieren.